Startseite

1797 – 2019

Am 13.09.2020 ist die Werkstatt von 10 – 18 Uhr
unter Einhaltung der Corona-Regeln
zu besichtigen

Einer der letzten Wagner mit kompletter Werkstatt
(Eichenfachwerk, Lehmboden, die Maschinen aus der Zeit um den ersten Weltkrieg)

war

Heinrich Krieg
10.09.1919 – 02.05.2002
Eisenbahnstr. 26
76571 Gaggenau – Bad Rotenfels

Am 10.09.2019 wäre Heinrich Krieg 100 Jahre alt geworden.

Heinrich Krieg, Wagnermeister, Rotenfels, 1954

Heinrich Krieg, Wagnermeister, Rotenfels, 1954

 

Wagnerei Krieg, seit 1797 in Rotenfels

9804A46_Hch-an-der-Bandsaege_Abendschau_05
Heinrich Krieg an der Bandsäge beim Zusägen von Felgen

Zur Terminologie:
Die Berufsbezeichnung “Wagner” ist abgeleitet vom Wagenbau.
Das Kernprodukt des Wagners ist der Bau von Karren und Wagen – alles, was früher auf Holzrädern lief.
In anderen Gebieten ist dieser Begriff unbekannt. Dort wird die Berufsbezeichnung “Stellmacher” verwendet. Auch dieser bezieht sich auf den Wagenbau. Das “Gestell” ist der Teil eines Wagens, der eine Achse trägt.
Umgangssprachlich ist der Wagner oder Stellmacher der “Krummholz”.
Weil er als Handwerker mit Einzelproduktionen Hölzer nicht biegt, sondern diese “wie gewachsen” benutzt, ist die Holzauswahl bei gebogenen Endprodukten ein essentielles Merkmal seiner Arbeit.
Bei dieser Werkstatt in Bad Rotenfels handelt es sich wohl um das am vollständigsten erhaltene Ensemble einer alten Wagnerei mit kompletter Infrastruktur: Holzvorräte, Halbfertigprodukte (teilweise seit über 100 Jahren) im Trocknungsprozess und Fertigprodukte, Werkzeuge und Maschinen.
Das Werkstattgebäude selbst stammt aus dem Jahr 1898, enthält aber auch Werkzeuge aus den inzwischen über 220 Jahren der Geschichte dieser Wagnerei auf diesem Grundstück seit 1797.
Insofern dürfte die Wagnerei Krieg in Bad Rotenfels einzigartig sein.
Sie ist auch kein Museum im engeren Sinn, sondern ist am Originalstandort komplett erhalten und wird auch als komplette Werkstatt weiter erhalten und präsentiert. Ein geübter Wagner könnte darin sofort ein Wagenrad herstellen, weil das Ergebnis der etwa 10 Jahre dauernden Vorlaufzeit vorhanden ist: durchgetrocknete Nabenrohlinge, vorgespaltene und getrocknete Speichenrohlinge und durchgetrockente Dielen für Felgen.
Die Werkstatt dokumentiert den Ausstattungszustand etwa um das Jahr 1950.

Ich sammle alte Wagnerei-Produkte und Werkzeuge, aber auch Schmiedeartikel mit Bezug zum Wagenbau, z.B. alte Schlossschrauben mit Vierkantmuttern. Auch komplett verrostete und wurmstichige Hobel sind noch interessant, weil ich an den Messern interessiert bin.
Bei Interesse an einer Weitergabe bitte ich um Kontaktaufnahme über krieg@franzjoerg.de.
DANKE!

DIESE WAGNEREI IST EIN NICHT KOMMERZIELLES PROJEKT UND STELLT TROTZ DENKMALSCHUTZ EINE REIN PRIVATE INITIATIVE DAR.

Im WEB seit 20.01.2002 – Neukonzeption ab 2016

webmaster: Franzjörg Krieg, krieg@franzjoerg.de

copyright ausschließlich bei Franzjörg Krieg, soweit nicht anders ausgezeichnet
(z.B. bei Pressetexten)
Verwendung von Text- und Bildmaterial nur nach vorheriger Absprache mit dem webmaster