Biologie einer Wagnerei

Eine über 200 Jahre alte Wagnerei an einem konstanten Standort schafft Bedingungen, die sonst innerhalb einer Ortschaft kaum zu finden sind, besonders noch nach der Jahrtausendwende.

Diese Bedingungen umfassen:

  • durchgängie Lagerung von bestimmten Hölzern rund um die Werkstatt, sowohl frisches Nutzholz als auch Brennholz im Trocknungsprozess sowie Altholz, das auf dem großen Grundstück jahrelang liegt
  • da auch heute noch das Wohnhaus nur durch Holz beheizt wird, wird diese Tradition fortgeführt
  • das Grundstück ist mit unterschiedlichen Baumsorten bepflanzt und bietet vielfältige Bedingungen für Kleinlebewesen und Vögel.

Dadurch sind auch heute noch durchgängig vertreten:

Amseln, Krähen, Elstern
Blindschleichen, Igel
Hirschkäfer, Holzbienen

 


Am 14.03.2018 auf der Wiese hinter der Wagnerei


Am 05.09.2018 auf der Wiese hinter der Wagnerei

Gerade Hirschkäfer und Holzbienen sind innerhalb von Ortschaften – und in diesem Fall im Zentrum eines großen Ortes – selten zu sehen.
Es sind aber standorttreue Tiere, deren Weibchen sich dort reproduzieren, wo sie selbst aufgewachsen sind – solange die Bedingungen bestehen bleiben.


Dieses Hirschkäfer-Weibchen konnte ich am 20.06.2019 auf dem Grundstück auffinden. Vor Jahren sah ich noch Männchen, in den letzten Jahren aber nur Weibchen, was eher dem Zufall als einer Systematik geschuldet war.

Dem ungewöhnlich frühen Wärmeeinbruch war es zu verdanken, dass ich schon am 23.02.2020 ein Exemplar einer Großen Holzbiene finden konnte. Diese bohren Gänge in Totholz und legen ihre Eier dort ab.