Werkzeuge

Gliederungspunkte

Abgrenzung von anderen Holzhandwerksberufen

Die Handwerkzeuge des Wagners
(Axt, Beile, Hippe, Schäleisen, Keile, Sägen, Hämmer, Schnittmesser, Hobel, Bohrer, Zapfenfräse, Zirkel, Schraubzwinge, etc.)

Entwicklung der Werkzeuge
(Von der individuellen holzbasierten Herstellung bis zur industriellen stahlbasierten Fertigung)

Arbeitsmittel
(Fügbock, Schiebebock, Schnittstuhl, Radgrube, Schleifstein, Wagenheber, Kastenwinde)

Frühe Mechanisierung
(von Menschenkraft betriebene Drehbank)

Verschwinden von Werkzeugen durch die maschinengestützte Produktionstechnik

 

Abgrenzung der Berufsbilder des Zimmermanns, Schreiners und Küfers vom Wagner

Die wichtigsten Berufe, die Holz verarbeiteten, waren der Zimmermann, der Schreiner, der Küfer und der Wagner.

Sie unterscheiden sich so sehr in der Art der verwendeten Hölzer, den Bearbeitungstechniken, den Werkzeugen und weiteren Bedingungen des Endproduktes, dass eine Spezialisierung notwendig war.

So gab es komplette Arbeitsabläufe, die in einem der Berufe essentiell waren, in den anderen aber gar nicht vorkommen. Ein Beispiel dafür sind die Biegetechniken, mit denen der Küfer die Eichendauben für ein Fass biegt. Oder die Radgrube, in der der Wagner die Speichen in die Nabe einschlägt. Sie wird nur von ihm gebraucht.

So verhält es sich auch mit den Werkzeugen. Die Löffelbohrer, mit denen vor Einsatz der handbetriebenen Buchsenlochfräse das Buchsenloch in die Nabe gebohrt wurde, werden von den anderen Berufen nicht verwendet. Wichtiger sonstiger Verwendungszweck waren die Löffelbohrer als Deichelbohrer, mit denen hölzerne Wasserleitungen hergestellt wurden. Weil diese Deichelbohrer aber einen entsprechend langen Schaft hatten, waren sie wiederum Spezialwerkzeuge, die ein eigenes Berufsbild prägten.


Deichelbohrer (Museumsdorf Kürnbach)

 

Die Handwerkzeuge des Wagners

Bezüglich der Reihenfolge der von mir vorgestellten Werkzeuge beginne ich dort, von wo für den Wagner seine Arbeit ausgeht: Beim Fällen der Bäume.

Axt, Spaltaxt


Äxte in der Werkstatt


Handgeschmiedete Axt mit Stiel aus Hickory, gefertigt von  meinem Vater oder Großvater – d.h. mindestens schon seit 70 Jahren in Gebrauch


Die Prägung auf der handgeschmiedeten Axt könnte vom Dorfschmied für „Franzjörg“ Krieg (Johann Franz Krieg) um 1800 gefertigt worden sein


Werdegang eines Axtstiels aus Hickory

 

Beil

Äxte und Beile

Äxte und Beile


Beile, die mein Vater schon vor 50 Jahren für mich einstielte und mit Monogramm versah


Der Stiel für das unterste Beil wurde von keinem Profi gemacht. In großen Bauernhöfen standen Schnittstühle und es waren auch Werkzeuge vorhanden, um solche Produkte auch selbst herzustellen.

 

Hippe


Mit einer Hippe wurden dünnere Äste freigehauen. Zum Sammeln von dünnerem Feuerholz konnte der Haken an der mittleren Hippe zum Auflesen von Ästen genutzt werden, ohne sich ganz bücken zu müssen.


Hippen in verschiedenen Formen


Noch nicht aufgearbeitete Hippen


Der Übergang von der Hippe zum Schlachterbeil
Ganz links eine Hippe – alles andere sind Schlachterbeile, die schwerer und mit besseren Griffen versehen sind.
Die Stücke sind noch nicht zu Ausstellungszwecken aufbereitet.


So präsentieren sich die Beile nach der Aufbereitung


Diese  beiden Hippen wurden als Spalteisen verwendet, wie solche vom Schindelmacher zum Abspalten von Schindeln benutzt werden.
Allerdings zeigen die Schlagspuren am Messer, dass es nicht sachgerecht mit Holzschägel benutzt wurde, sondern mit Eisenhammer.

 

Säge (Sachsensäge)

Weitere Sägen (siehe unten)

Die Sachensägen unterscheiden sich in der Länge, der Zähnung ….


… und in der Art der Fassung der Griffe.


Noch nicht zu Ausstellungszwecken aufbereitete Sägen


Mein Vater und mein Großvater in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts beim Sägen eines Baumstammes mit der Sachsensäge

 

 

Keil (Spaltkeil)

Spalthammer

Ein Spalthammer wird benutzt, um die Keile ins Holz zu treiben.
Die Rückseite der Axt ist üblicherweise nicht belastungsfähig genug und auch zu leicht.

Eisenkeil mit Holzschaft


Alte Spaltkeile mit Holzschaft
Die Keile wurden benutzt, um das Sterholz zu spalten.
Außerdem braucht man einen Fällkeil, um den Baum in die gewünschte Richtung zu neigen.
Der mittlere Keil hat am oberen Rand keinen Stabilisierungsring und kann deshalb so nicht verwendet werden. Er würde zerbrechen.

Obwohl die Holzschäfte aus Hartholz (Eiche, Hainbuche) sind, werden sie durch die harte Beanspruchung immer wieder zerstört

Spaltkeile in Einzelanfertigung durch den Schmied haben unterschiedliche Dimensionen. Die Holzschäfte müssen passgenau dazu angefertigt werden.


Heute wäre die Einzelanfertigung in Handarbeit zu teuer.
Neue Holzschäfte aus dem Fachhandel (rechts) sind genormt und bedürfen deshalb auch einer Norm für das Haus im Eisenkeil für die Schäftung

Eisenkeil

 
Eisenkeile ohne Holzschaft werden direkt mit dem Spalthammer geschlagen. Da dieser aus Metall bestehen muss, um die Kraft zu erzeugen, die nötig ist zum Spalten von astigen Stammteilen, wird der Kopf des Keiles entsprechend beansprucht. Da die Dämpfung durch den Holzschaft fehlt, ist die Schlagwirkung auch sehr direkt.

Holzkeil


Besonders der Teil des Stammes, in dem sich die Krone in Äste aufteilt, ist extrem schwer zu spalten. Man braucht zunächst mehrere Eisenkeile, um einen Ansatz für eine Teilung zu finden. Um die Verastung aufzubrechen, müssen breitere Holzkeile aus Hartholz verwendet werden.
In einem solchen Fall kommt auch ein starker Hydraulik-Spalter an seine Grenzen. Die alte Methode mit Keilen funktioniert aber.

 

Schäleisen


Mit dem Schäleisen wurde die Rinde von Stämmen und Ästen abgeschält

 

Hammer

Vorschlaghammer

 
Vorschlaghammer mit 5 – 8 Kilo Gewicht. Die unregelmäßige Form spricht für Handschmiedearbeit. Die Stiele sind von meinem Vater oder Großvater gemacht.
Typische Arbeit ist das Einschlagen der Buchse in die Nabe.

Fäustel

 
Schwere Fäustel mit 2 – 3 kg Gewicht.
Typische Arbeit ist das Einschlagen der Speichen in die Nabe.

 
Leichte Fäustel mit 1 – 1,5 kg Gewicht

Hammer


Zum Einschlagen verschiedener Größen von Keilen und Stiften (Nägeln) aus Holz oder Metall werden auch verschiedene Hammergrößen benötigt

Holzhammer


Um die Holzgriffe von Werkzeugen wie z.B. Stemmbeitel schonend zu behandeln, werden diese mit Hämmern oder Schlägeln aus Holz benutzt. Diese können verschiedenste Formen haben. Einigen der hier präsentierten sieht man die häufige Benutzung über Jahrzehnte deutlich an.

 

Die verschiedenen Hauptelemente eines Bauernwagens werden mit Karrosserienägeln zusammengehalten.


Deren Kopf wird auch in Hammerform ausgebildet, um für kleinere Arbeiten rund ums Fuhrwerk immer einen Hammer zur Verfügung zu haben.

 

Hämmer gehören wohl zu den Werkzeugen mit den vielfältigsten Formen und Verwendungszwecken.

Auch die Materialien können sehr unterschiedlich sein.

Hämmer aus Holz, Kupfer und Eisen. Ihr unterschiedlicher Härtegrad bestimmt den Verwendungszweck.
Mollenhauer, die Wannen und Tröge aus Stämmen fertigen, benutzen statt Holzschlägeln auch Hämmer aus gewickelter Rinderhaut.

 

Manche Hämmer sind für einen besonderen Verwendungszweck gefertigt.


Diese Sammlung von Hämmern ist zwar sehr unterschiedlich geformt, dient aber nur einem sehr eng begrenzten Verwendungszweck, der sich auf den ersten Blick nicht erschließt.


Erst wenn man das verjüngte Ende das Hammers näher betrachtet, verrät die Nut, dass es Küfer-Hämmer sind, mit denen die Reifen am Fass festgetrieben werden. Ein Hammer wird mit der Nut am Reifen angesetzt, mit einem zweiten Hammer wird der Reif durch Schläge auf den ersten Hammer festgetrieben.
Nicht nur Küfer benutzten solche Hämmer. Sie gehörten zum Standardwerkzeug in jedem größeren Most- oder Weinkeller mit Holzfässern.


Diese Hämmer dienten Steinhauern zum Zerkleinen von Steinen.


Die langen Stiele sind Hinweis auf den Verwendungszweck

 

Schnittmesser (Zugmesser)

 

Schabhobel (Schweifhobel)

Ziehklinge

 

Hobel

Raubank

Schrupphobel

Schlichthobel

Doppelhobel

Putzhobel

Hirnholzhobel

Simshobel

 

Stemmeisen, Stecheisen (Stechbeitel)         

Hohlbeitel

Drechselbeitel

 

Bohrer

Löffelbohrer

Bohrer für Benutzung mit Heft

Bohrer für Bohrwinden und verschiedene Bohrfutter

Bohrer für Bohrmaschinen

Spiralbohrer

Schlangenbohrer

Flachfräsbohrer

Forstnerbohrer

 

 

Säge

Blattsäge (siehe oben)

Gestellsäge

Bügelsäge

Fuchsschwanz

 

Schraubzwinge

 

Anreißer, Zirkel, Winkel, Schieblehre

 

Beißzange

 

Schraubendreher

 

Zangen

 

Engländer

 

Schraubenschlüssel

 

 

 

 

 

(wird weitergeführt…)